Vorberichte

USA 2013 - Vorberichte

Der US Bundesstaat New Mexico - Kurzbeschrieb.
Am 06. Januar 1912 wurde New Mexico (NM) als 47. Bundesstaat - und damit viertletzter - in die USA aufgenommen.
New Mexico hat heute rund 2,1 Mio Einwohner; etwa ein Viertel davon lebt in der mit Abstand bevölkerungsreichsten Stadt, in Albuquerque. Die Hauptstadt Santa Fe folgt punkto Einwohner an dritter Stelle im Staat mit etwas über 75'000. New Mexico bedeckt 314'000 qkm und ist damit flächenmässig rund 7,5 mal grösser als die Schweiz und das bei einer ca 2,5 mal kleineren Bevölkerung. Daraus ist leicht erkennbar, dass dieser Staat bei einer Bevölkerungsdichte von 6,5 Personen pro qkm (der Wert für die Schweiz liegt über 190!) über weite Flächen freien Landes verfügt.
New Mexico grenzt im Westen an Arizona, berührt in der - im wahrsten Sinne des Wortes - nordwestlichsten Ecke Utah, und zwar bei den "Four Corners" wo New Mexico, Colorado, Utah und Arizona in einem Punkt zusammentreffen. Die Grenze im Norden schliesst an Colorado an, im Nordosten in einem kurzen Stück von 50 km an Oklahoma und dann im Osten und im Süden an Texas. Westlich vom Rio Grande teilt New Mexico seine Grenze mit Mexiko. Mit einer Ausnahme von ca. 30 km verläuft die gesamte Grenze des Staates jeweils schnurgerade Nord-Süd oder Ost-West. Nur auf etwa 30 km zeigt die Grenze nördlich der mexikanischen Grenzstadt Ciudad-Juarez einen gewundenen und scheinbar wirr und sinnlos kreuz und quer durch Quartiere und quer zu Strassen führenden Verlauf. Sie entspricht dem Flusslauf des Rio Grande von 1850 und wurde nach dessen Kanalisierung und Begradigung nicht angepasst. New Mexico beanspruchte zwar den daraus resultierenden Terraingewinn für sich, blitzte beim US Bundesgericht aber ab und dabei blieb es bis heute.
Gouverneurin des Staates New Mexico ist seit 2011 die Republikanerin Susana Martinez.
Sie regiert einen Staat mit einer Bevölkerungsstruktur von 45% Weissen, 42% Hispanics und 9% Indianer. Afro-Amerikaner, Asiaten und Übrige machen die restlichen rund 4% aus.
Punkto Religion dominiert die katholische Kirche, welche etwa dreimal so viele Anhänger hat wie alle anderen Kirchen zusammen.

Der US Bundesstaat New Mexico - zur Geografie
Das Land.

New Mexico bildet als Ganzes eine eigentliche Hochebene. Der tiefste Punkt in der südöstlichen Ecke des Staates liegt auf knapp 900 müM, die grösste Stadt Albuquerque auf rund 1'600 müM (Oberengadin) und die Hauptstadt Santa Fé auf leicht über 2'200 müM (Julierpass).
In New Mexico treffen vier unterschiedliche geologische Regionen aufeinander. Vom Nordwesten ragt das Colorado-Hochplateau mit seiner rauen Landschaft auf 1‘000 bis 2‘500 müM nach New Mexico hinein. Im Norden finden sich die südlichsten Ketten der Rocky Mountains mit Bergspitzen bis über 3‘000 müM. Gegen Osten hin fällt die Landschaft leicht ab gegen die südlichen High Plains, jene weiten Ebenen, die sich bis Texas und Oklahoma weiterziehen. Schliesslich bedecken Ausläufer der Chihuahua Wüste den Südteil des Staates bis zu dem Mogollon Mountains.
Die Flüsse.
Von den Flüssen sticht der Rio Grande als längster und bedeutendster hervor. Aus Colorado kommend durchfliesst er den Staat von Norden bis über seine Südgrenze. Für die Land- und Energiewirtschaft ist er unentbehrlich.
Der Pecos River be- und entwässert den Südosten New Mexicos Richtung Texas und fliesst dort dann in den Unterlauf des Rio Grande. Der Canadian River durchquert den Nordosten Richtung Nordtexas und Oklahoma und mündet letztlich in den Mississippi.
Gegen den westlichen Rand des Staates hin verläuft in kurvenreicher Linie die "Continental Divide", die nordamerikanische Wasserscheide. Sie trennt den Abfluss des Wassers nach Westen - u.a. mit dem San Juan River - in den Pazifik einerseits und nach Südosten in den Golf von Mexiko andererseits.
Das Klima.
Über den Grossteil des Jahres übertrifft in New Mexico die Verdunstung die Niederschläge. Das hat unter anderem damit zu tun, dass New Mexico auf der dem Wind meist abgewandten Seite der Rocky Mountains liegt. In einigen Teilen des Staates überwiegt die Verdunstung während sechs und mehr Monaten im Jahr. Man spricht dann von einem semi-halb-dürren (semi-ariden) Klima. In einigen Gebieten von New Mexico dauert diese Phase bis 10 und mehr Monate und man spricht dort von einem Dürreklima. Auf einen kurzen Nenner gebracht heisst das, in New Mexico herrscht ein mehrheitlich trockenes wüstenähnliches Klima. Im Sommer wird es sehr heiss und im Winter gerade im Norden frostig. Starke Niederschläge fallen vor allem in den Mogollon Bergen im Südosten und in den stark bewaldeten Gebieten nördlich von Santa Fé. Da befinden sich denn auch einige Wintersportorte.
Das heisst aber auch, dass in New Mexico im Schnitt an über 250 Tagen die Sonne scheint und die Luft trocken ist. Wir werden es ja erleben ….

Der US Bundesstaat New Mexico heute.
Unter den US Bundesstaaten wies New Mexico in den vergangenen Jahrzehnten das rasanteste Bevölkerungswachstum auf. Einwanderer (legale und illegale) aus Mexiko und aus weiter entfernten lateinamerikanischen Ländern trugen dazu ebenso bei, wie eine stetige wirtschaftliche Entwicklung. So etwa stieg die Bevölkerungszahl von Las Cruces nahe der Südgrenze des Staates seit den 1980er Jahren von rund 30‘000 auf nun knapp 100‘000 Einwohner. Das macht Las Cruces zur zweitgrössten Stadt New Mexicos nach Albuquerque. Zwar ist das Pro-Kopf Einkommen im USA-Vergleich recht tief, aber ausserhalb der grossen Städte sind auch die Lebenshaltungskosten erträglich und für viele Einwanderer aus dem Süden bedeutet ein Leben mit Arbeit in New Mexico auch so eine markante Steigerung ihrer Lebensqualität.
In der Landwirtschaft ist die Viehzucht nach wie vor ein wesentlicher Bestandteil. Der Anbau von Mais, Baumwolle und Getreide ist aufgrund des trockenen Klimas in Nähe der Flüsse zu finden. Allerdings sind dazu umfangreiche Bewässerungsanlagen zwingend.
An Bodenschätzen sticht New Mexico als grösster Uran Lieferant der USA hervor. Daneben werden auch Rohöl, Erdgas und Kalisalz gefördert.
Im industriellen Sektor dominieren chemische Produkte, Nahrungsmittelherstellung, sowie Maschinen, Metallwaren und Holzprodukte. Im Norden finden sich auch Firmen für Hightech Produkte und nicht zu unterschätzen sind die diversen Einrichtungen der Streitkräfte, wie etwa die Holloman und Kirtland Air Bases oder das Test- und Schiessgelände White Sands – von dem unterwegs noch zu berichten sein wird.

Geschichte New Mexicos (1) - Die Frühzeit.
Man geht heute davon aus, dass um 12‘000 bis 11‘000 vChr die erste Einwanderungswelle aus Asien über die Beringstrasse nach Nordamerika erfolgte. Aufgrund sprachlicher Einflüsse weiss man heute, dass ein Teil dieser sogenannten Na-Dené Indianer im amerikanischen Südwesten gelebt haben muss. Jagten diese Völker der eiszeitlichen Paläo Periode noch Mammuts und später Bisons, so führte später eine Klimaveränderung dazu, dass in der bis etwa 1‘000 vChr. dauernden Archaischen Periode zunehmend einfacher Ackerbau möglich wurde. Das führte vor allem bei den Stämmen im Südwesten zum Wechsel von der nomadisierenden Lebensweise als Jäger zu einer sesshaften Lebensform und den von den Anazasi bekannten Lehmbauten in und an Felswänden. Die Zeit der Anazasi begann um 100 n.Chr. und dauerte bis ins 12. Jahrhundert. Ihre Felsbauten überdauerten bis heute und können beispielsweise in den Nationalparks bei Mesa Verde oder den Gila Cliffs besichtigt werden. Aber auch grössere Siedlungsbauten auf freiem Land (vgl Chaco Kultur im Nordwesten New Mexicos) entstanden in dieser Periode. Nach der Anazasi Zeit setzte eine eigentliche Völkerwanderung ein und so drangen mehrere Stämme – unter anderem Navajo und Apachen – ins einstige Anazasi Gebiet ein. Dabei fand eine Vermischung statt aus welcher die Pueblo Indianer hervorgingen. Sie sind heute ein anerkannter Stamm mit knapp 60‘000 Mitgliedern.
Über 120 ehemalige Ruinen und Ausgrabungsstätten von alten Klippenbehausungen und Pueblo Siedlungen sind in New Mexico bis heute bekannt. Einige davon sind nicht mehr genau lokalisierbar, aber in spanischen Berichten aus früheren Jahrhunderten erwähnt. New Mexico kennt zurzeit noch 19 bewohnte Pueblos, in denen die alten Traditionen und Wohnformen weiterleben – doch davon später mehr.
Die Kolonialzeit.
Sie brachte einen Zusammenprall völlig unterschiedlicher Kulturen. Die Ureinwohner hatten in Eintracht mit der Natur gelebt und sahen sich als Teil davon. Die Eroberer und Siedler aus Europa dagegen suchten neuen Lebensraum, aus welchem Profit geschlagen werden konnte. Man brauchte Land, suchte nach Bodenschätzen und ging mit den Indianern nur solange pfleglich um, als es zum eigenen Vorteil gereichte. Ansonsten wurden Verträge nicht eingehalten, Vertreibungen vorgenommen und Lebensgrundlagen vernichtet. Katastrophal war aber vor allem das Einschleppen von Krankheiten, gegen welche die indianischen Völker keine Abwehrkräfte hatten, was zum Aussterben ganzer Stämme und Landstriche führen sollte. Positiv war das Auftauchen des Pferdes – die Indianer nannten sie die „Heiligen Hunde“. Ausgewilderte Pferde aus frühen spanischen Erkundungszügen vermehrten sich rasch und grossflächig. Eher zwiespältig war den Austausch von Waffen aller Art, die dann auch in kriegerischen Auseinandersetzungen Verwendung fanden. Zudem förderte und erleichterte die Verbreitung von Schusswaffen die Jagd auf Felle und Pelze, womit sich die Indianer mittelfristig eine weitere ihrer Lebensgrundlagen zerstörten.

Geschichte New Mexicos (2) - Die Spanische Herrschaft.
Für die Indianer in Kalifornien und im Südwesten und damit vor allem auch jene im heutigen New Mexico bedeutete die Kolonialzeit vor allem Kontakt mit den spanischen Eroberern wie Cortés und weiteren Konquistadoren und später dann mit der königlich spanischen Provinz Mexiko. Im Gegensatz vor allem zur Situation in den englischen und französischen Kolonien im Osten und Norden Amerikas war der Siedlungsdruck durch die Spanier zunächst gering. Letzteren ging es vor allem um Tauschhandel und Bodenschätze. Die Bewirtschaftung des Landes sollte in erster Linie mit Hilfe der ansässigen Indianer gefördert werden. Damit verbunden war die Missionierung durch die katholische Kirche, womit auch der spanischen Krone „würdige“ neue Staatsbürger zugeführt werden sollten. Aber gerade in den Gebieten der heutigen US Bundesstaaten New Mexico und Texas war diesem Projekt in geistlicher und ökonomischer Sicht wenig Erfolg beschieden. Die Indianer fügten sich vordergründig dem neuen Glauben, aber nur solange sie sich beaufsichtigt fühlten.
Der Pueblo Aufstand.
Im 17. Jahrhundert begannen die Spanier mit der systematischen Besiedlung von New Mexico. Auf zugewiesenem Land entstanden Haziendas. Nach damaligem feudalrechtlichen Verständnis gehörten auch die bisherigen Bewohner der Ländereien zu den Haziendas, respektive ihren Besitzern. Folglich sollten die Pueblo Indianer unentgeltlich Nahrungsmittel und Arbeitskräfte zur Verfügung stellen. Das konnte nicht lange gut gehen. In den Jahren 1630 bis 1650 erhoben sich die Zuni, Taos, Jemez und Tewa Pueblos gegen die Besatzer. Diese Aufstände wurden aber brutal niedergeschlagen. Weitere Forderungen der Spanier, eine Dürreperiode und Raubzüge der Apachen führten zu einer ernsthaften Hungersnot.
In dieser Situation begann der indianische Priester Popé einen organisierten Widerstand aufzubauen. Mit dem Sieg in der Schlacht um Santa Fé und dem Abzug der Spanier nach El Paso (1680) erkämpften sich die Pueblo Indianer – allerdings nur vorübergehend – ihre Freiheit zurück. Kirchen und Haziendas wurden zerstört und bekehrte Indianer wurden wieder „enttauft“. Die Freude währte indes nicht lange. Popé entpuppte sich als tyrannischer Herrscher und bei seinem Tode war die Pueblo Nation schwächer und ärmer als je zuvor. 1692 eroberten die Spanier die Region zurück. Immerhin nahmen sie nun Abstand von Zwangsmissionierungen und brutaler Unterdrückung.

Geschichte New Mexicos (3) - Der Weg zum US Bundesstaat.
Bis 1821 stand New Mexico unter spanischer Herrschaft. Dann löste sich das bisher spanische Mexiko vom Mutterland und wurde kurzzeitig ein eigenständiges Kaiserreich und wenige Jahre später eine Republik. Aber der Wechsel zu einer Republik änderte für New Mexico wenig. Es blieb bis 1846 eine mexikanische Provinz.
Der Handel über den Santa Fé Trail mit amerikanischen Siedlungen am Missouri brachte neue wirtschaftliche, kulturelle und politische Einflüsse in die Region.
Veränderungen in der politischen Landschaft des Südwestens ergaben sich insbesondere 1803 mit dem Louisiana Kauf, bei welchem die USA den Franzosen ein Gebiet von 2 Mio qkm von der kanadischen Grenze bis zum Golf von Mexiko abkauften. Dazu gehörte auch ein Teil des späteren US Staates Texas. Dessen Besiedlung durch US Bürger führte letztlich zum texanischen Freiheitskrieg gegen Mexiko und zur freien Republik Texas. Die weitere Entwicklung mündete dann in den mexikanisch-amerikanischen Krieg von 1846-1848. Als Folge der Niederlage der Mexikaner fiel unter anderem das Gebiet von New Mexiko – welches damals auch Arizona, Nevada, Kalifornien, Utah und Teile von Colorado und Wyoming umfasste - an die USA (Guadalupe-Hidalgo-Vertrag).
1853 wurde mit dem Gadsden Kauf das Gebiet New Mexicos im Süden erweitert. Dieser Kauf sollte eigentlich dem Bau einer Ost-West Eisenbahnlinie dienen, die allerdings nicht realisiert wurde.
1863 wurden der Westteil des damaligen New Mexico mit einem schnurgeraden Nord-Süd Schnitt entlang dem 109. Längengrad abgetrennt und mit dieser Grenzziehung das Territorium Arizona und später der gleichnamige US Bundesstaat geschaffen.
Nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg (1861 – 1865) wurde New Mexico zu einer bedeutenden Viehzucht Region. Der Kampf um Rechte und Steuern führte zum Lincoln County Cattle War zwischen den Rinderbaronen und der US Regierung. Dabei spielte der berühmt-berüchtigte Billy the Kid eine wesentliche Rolle. Er war als Cowboy bei einem Rancher namens John Tunstall angestellt. Nach dessen Ermordung führte er seinen eigenen Rachfeldzug.
Der Bau der Santa Fé Eisenbahn 1880 und Ölfunde verhalfen dann New Mexico zu einem schnellen Wachstum.
Am 6. Januar 1912 schließlich wurde New Mexico als 47. Staat ein Bundesstaat der USA. Einen guten Monat später am 14. Februar 1912 folgte auch der Eintritt des einst von New Mexico abgetrennten Arizona.

Der Bundesstaat US New Mexico - Verkehrswege heute.
Das Strassennetz heute.
Wie ein Kreuz mit Zentrum in Albuquerque verlaufen die Autobahnen Interstate 25 (Nord-Süd) und Interstate 40 (Ost-West) durch New Mexico. Im Gebiet südöstlich dieser beiden Hauptverkehrsträger erkennt man ein für unsere Begriffe sehr weitmaschiges Spinnennetz ähnliches System von Bundes und Staatsstrassen. Aufgrund der Trockenheit des Landes, der geringen Bevölkerungsdichte und dazu der Konzentration im Gebiet Albuquerque - Santa Fé erstaunt diese lockere Art der Erschliessung durch Strassen aber nicht. Die Interstate 10 – eine der meist befahrenen Ost-West Autobahnen - tangiert ganz im Süden New Mexico und hat für den Staat selber eher die Bedeutung einer reinen Transitroute.
Die Eisenbahn heute.
Zwei namhafte Amtrak Fernlinien durchqueren New Mexico ungefähr in Ost-West-Richtung und bedienen dabei unter anderem Albuquerque und El Paso: Es sind dies der Fernzüge "Southwest Chief" (Chicago–Kansas City–Albuquerque–Los Angeles) und "Texas Eagle" (Chicago–St.Louis–Dallas–San Antonio–El Paso–Los Angeles).
Von Belen (südlich Albuquerque) nach Santa Fé bedient heute der "New Mexico Rail Runner Express" zehn Mal täglich Fahrgäste durch diese am dichtesten besiedelte Region in New Mexico.
Was aber ist aus der von Modelleisenbahnen, Bildern und Filmen bekannten Santa Fé Railway geworden? Sie existiert in dieser Form seit 1996 nicht mehr eigenständig. BNSF (Burlington North und Santa Fé Railway) heisst die neue Gesellschaft. Zwei Hauptlinien der BNSF für Güterverkehr durchqueren New Mexico entlang den genannten Autobahnen. BNSF umfasst über 400 einst unabhängige grössere und kleiner Bahnlinien und beschäftigt über 40'000 Angestellte. Als eine der sechs grössten Bahnfrachtgesellschaften der USA operiert BNSF in 28 US Staaten und zwei Kanadischen Provinzen; betreibt dabei rund 6'000 Lokomotiven und über 80'000 Güterwagen und erbringt eine Jahresleistung in der Grössenordnung von 900 Mrd Tonnenkilometern (zum Vergleich: SBB 10 Mrd tokm).

Der US Bundesstaat New Mexico - Die Historischen Routen.
Die nachfolgende Auflistung der Historischen Routen (Historic Routes) zeigt vor allem drei Kernpunkte auf. Erstens die Tatsache, dass bereits die indianischen Ureinwohner die vom Gelände vorgezeichneten Routen kannten und benutzten und dass viele dieser alten Handelsrouten heutige Verkehrswege vorgezeichnet haben. Zweitens, die nach Norden gerichteten alten Verbindungen aus dem spanischen Mexiko bis ins Gebiet des heutigen Santa Fé, welche dem spanischen Gebietsgewinn und dem Handel dienten. Drittens, die Ost-West Durchgangsachsen der Siedler und Auswanderer Richtung Kalifornien, welche sich in der Folge zu Post- und Transportkorridoren zwischen den beiden Ozeanen mauserten und heute auf Autobahnen und Bahngeleise Personen und Güter quer durch den Süden der USA befördern.
Great Osage Trail.
Benannt nach dem Stamm der Osage Indianer war dies eine Route, auf welcher die indianischen Ureinwohner den Wanderungen der Büffel und anderer Wildtiere folgten. Sie führte vom heutigen Missouri über Kansas, quer über die grossen Ebenen nach Colorado, Santa Fé und hinein bis ins damalige Nordmexiko. Sie war ein Vorläufer des -> Santa Fé Trails. Das Teilstück der Route 66 im Staat Missouri führte Jahrhunderte später noch diesem alten Weg entlang.
Chihuahua Trail.
Er stammt aus dem 16. Jahrhundert und diente der Besetzung und Erweiterung der nördlichen Gebiete Mexikos durch die Spanier. Er führte von Mexiko bis Santa Fé.
Jornada del Muerto (Weg des toten Mannes).
Benannt nach einer Legende, wonach ein Mann auf der Flucht vor der Inquisition auf diesem Weg umkam. Jornada del Muerto war der Vorläufer des El Camino Real de Tierra Adentro und verlief ostwärts des Rio Grande durch Wüsten ähnliche Gebiete und Lava Hügel.
Im zweiten Weltkrieg wurde in diesem Gebiet bei der sogenannten „Trinity Site“ die erste US Atombombe getestet.
Camino Real de Tierra Adentro.
Er war ab 1598 eine Verbindungsroute im Rahmen der spanischen Eroberungszüge in den Norden des heutigen New Mexico und wurde danach eine offizielle Handelsroute von Mexico City nach Santa Fé. Wie bei manchen alten Trails folgte auch El Camino Real bestehenden Pfaden früherer indianischer Handelswege. Der Trail verlor ab 1881 mit dem Aufkommen der Eisenbahn an Bedeutung.
Salt Mission Trail.
So benannte 1598 der spanische Eroberer Oate das Tal entlang der Manzano Berge (SE von Albuquerque). Aufgrund des Salzvorkommens bezeichnete er dieses Tal als eine der Kostbarkeiten des damaligen New Mexico. Die Salinas Pueblo Mission und Überreste eines Indianerpueblos zeugen von dieser Zeit auf einer Strecke, die heute eine landschaftlich schöne und historisch interessante Reiseroute ist.
Janos Trail.
Er diente den Spaniern für den Transport von Kupfererz aus den Pinos Altos Bergen im Südwesten New Mexicos zu den Schmelzstätten in Janos im Norden Mexikos. 1803 durch die Spanier ausgebaut, führte er entlang einem alten indianischen Handelspfad nach Chihuahua.
Butterfield Overland Trail.
Er war in den 1840/1850-er Jahren eine Postkutschenstrecke von Saint Louis und Memphis nach Kalifornien; benannt nach dem Planer und Bewerber für diese Route. Aufgrund der ganzjährigen Benutzbarkeit wurde unter diversen Eingaben diese Südroute – sie entsprach in der Linienführung etwa der heutigen Interstate 10 – realisiert.
Goodnight-Loving Trail.
Benannt nach den texanischen Viehzüchtern Goodnight und Loving führten grosse Viehtriebe auf dieser Route von Texas zum Pecos River und diesem entlang nach Norden bis nach Denver; das erste Teilstück verlief entlang der -> „Butterfield Overland Mail Route“.
National Old Trails Road.
Sie ist der eigentliche Vorläufer der heutigen Ost-West Autobahnen. Erstellt 1912 als Verbindung vom Atlantik zum Pazifik führte sie als durchgehende Hauptstrasse von New York nach San Francisco. Ihr Verlauf innerhalb New Mexicos entspricht der heutigen Interstate 24 (von der nördlichen Staatsgrenze bis Albuquerque), respektive der Interstate 40 (von Albuquerque bis an die westliche Staatsgrenze) und folgt im Übrigen weitgehend dem einstigen -> Santa Fé Trail.
Old Spanish Trail.
Er verband Santa Fé mit Los Angeles. Die Streckenführung ging via Colorado, quer durch Utah und dann ins südliche Kalifornien. Sie war entstanden aus einer Kombination von alten Indianerpfaden und späteren spanischen Routen. Die Spanier erkundeten diese Route im 16. Jahrhundert. Der Trail war wegen des heissen Klimas und der Höhenunterschiede einer der härtesten im Westen überhaupt. Er wurde aber bis Mitte 19. Jahrhundert, meist mit Packtieren, begangen.
Southern Emigrant Trail.
Eine Auswanderer-Route von New Mexico nach Kalifornien, welche einen Anschluss an den Santa Fé Trail darstellte. General Kearny – der als Vater der US Kavallerie gilt und an der Eroberung Kaliforniens beteiligt war - entdeckte diese Route im Oktober 1846. Benutzt wurde der Trail vor allem zur Zeit des kalifornischen Goldrausches. Die Route war im Sommer zwar aufgrund des heissen Klimas kritisch, konnte aber entgegen den Nordrouten auch im Winter mit Karren befahren werden. Dieser Trail diente auch als Handelsweg und für Viehtriebe.
Santa Fé Trail.
Mit der Besiedlung des Westens entstanden Siedler- und Handelsrouten aus den Gebieten östlich und am Mississippi, die weiter nach Westen ins unorganisierte Territorium und in vom spanischen Mexiko beanspruchte Gebiete führten. Eine solche Route führte vom Mississippi dem Missouri Fluss entlang bis zum Städtchen Independence in dessen Nähe mit dem gleichem Gründungsjahr 1827 das Fort Leavenworth aufgebaut wurde. Die Stadt diente als Zwischenhalt und bildete die Verzweigung der Routen Richtung Nordwesten in die Ebenen von Kansas und zu den Rocky Mountains einerseits und nach Südwesten Richtung Santa Fé. Fort Leavenworth diente dem Schutz des Trails am östlichen Ende ebenso wie das am Westende 1851 erbaute Fort Union. Letzters sollte später auch im Amerikanisch-Mexikanischen Krieg als Stützpunkt dienen. Santa Fé wurde 1610 gegründet und blieb lange die einzige Stadt in dieser Region mit anfänglich wenig Kontakt zu Regierung und Verwaltung im spanischen Mexiko. Mit dem Santa Fé Trail ergab sich aber praktisch eine Verlängerung des aus Mexiko City kommenden Camino Real bis an den Mississippi und darüber hinaus. Damit kamen Güter aus den USA nach New Mexico, welche bisher über den spanisch-mexikanischen Weg nicht verfügbar waren. Die Zahl und die Werte der Warenkarawanen stiegen an und damit auch die Überfallsgelüste der entlang der Route lebenden Komantschen und Pawnee Indianer. Die grossen Trecks mussten nun von der amerikanischen Armee begleitet und gesichert werden. Andererseits aber war der Handel mit den sesshaften und friedlichen Stämmen ein wesentlicher Teil des damaligen „Ost-West“ Geschäfts.
Bedeutung erhielt der Santa Fé Trail auch als Verbindungs- und Aufmarsch Strecke im Krieg gegen Mexiko von 1846-1848. Kurz darauf brachte der Kalifornische Goldrausch Tausende von hoffnungsvollen Abenteurern auf den Trail.
In den 1860er Jahren nahte dann das Ende des Santa Fé Trails. Wie an manchen Orten übernahmen neue Eisenbahnstrecken den Grossteil des Gütertransports.
Heute gilt der Trail als erhaltenswerte historische Route von nationaler Bedeutung. Der Nationalpark Dienst zusammen mit einem grossen Frauenverein markiert und erhält Teilstücke, Spuren, Farmen, Poststationen und ausgediente Forts entlang der Strecke.
Taos Mountain Trail.
Er wird auch Sangre de Cristo Passage genannt (nach dem gleichnamigen Gebirge, das er überquert) und war in frühen Zeiten vor allem ein Handelsweg zwischen den sesshaften Pueblo Indianern und den Jägern in der Prärie im östlichen Colorado und in Kansas. So wurden Produkte aus dem Ackerbau getauscht gegen Fleisch der Büffel. Später diente die Route auch dem Handel mit Häuten und Fellen. Zur Sicherung der Route wurde 1833 Fort Bent errichtet und 1842 entstand in Santa Fé die erste Handelsstation (Trading Post).
Route 66 in New Mexico.
Die berühmte Route 66 von Chicago nach Los Angeles führte bis 1937 von Santa Rosa noch nicht direkt über die Ebene nach Albuquerque, sondern zweigte nach Norden ab (heute US 84) in Richtung Las Vegas (New Mexico). Von dort ging die Route wieder westwärts am Südfuss der Sangre Berge nach Santa Fé und dann der heutigen Interstate 25 entlang nach Albuquerque. In dieser Stadt treffen sich die beiden Teilstücke der Route 66 – die Direktverbindung von Santa Rosa und der Santa Fé Loop. So kann man dort an einer Strassenkreuzung das Zusammentreffen der Route 66 mit sich selber bestaunen.
Geronimo Trail.
Der Geronimo Trail ist weniger ein historischer Trail auf dem Geronimo höchst persönlich gewandelt wäre oder sich auf Kriegspfad befunden hätte. Es ist vielmehr eine Homage an den wohl bekanntesten Apachen Häuptling. Die Strecke zieht sich durch in die Black Range, Mogollon und Gila Berge im Süden New Mexicos, wo Geronimo in den 1820er Jahren geboren wurde. Entlang des dreiteiligen Trails finden sich finden sich Reste von Siedlungen aus dem 19. Jahrhundert, Geisterstädtchen, alter Minen, Orte wo Geronimo gelebt haben soll. In Geronimo Springs befindet sich ein Museum, welches über den Apachen und seine Zeit anhand von Artefakten und Dokumentationen Auskunft gibt.
Geronimo gehörte zu einer Gruppe Apachen, den Bedonkohe, welche um 1850 nach ihrer Rückkehr von einem Handelstreffen n Mexiko ihr Dorf von Mexikanern verwüstet und Frauen und Kinder erschlagen vorfanden. Von da an begab sich Geronimo auf einen Rachefeldzug. Fortan führte er Raubzüge und Überfälle in Mexiko, im südlichen New Mexico und in Arizona an. Als um 1870 vermehrt Siedler aus dem Osten eintrafen, wurde Geronimo für diese zu einer steten Gefahr. Daher wurden die meisten Apachen in Reservate im Südosten von Arizona verbracht. Das hinderte Geronimo nicht, wiederholt auszubrechen und seine Kriegszüge eiter zu führen. Schliesslich geriet er im Norden New Mexicos bei Ojo Caliente in eine Falle, wurde gefangen genommen und in eine andere Reservation verlegt. Mit einer Gruppe von etwa 150 Kriegern und Frauen narrte er General Crook und seine 3‘000 Soldaten eine ganze Weile. Schliesslich wurde er von General Miles mit Hilfe von 42 Armee Einheiten und 4‘000 mexikanischen Soldaten gejagt. Zum Aufgeben überredet ergab sich Geronimo am 4. September 1886 im Skeleton Canyon in Arizona. Er und seine Apachen wurden nach Florida und später nach Fort Sill in Oklahoma umgesiedelt. Dort starb Geronimo im Jahr 1909 ohne seine Heimatgefilde – entgegen gemachten Versprechen - im Südwesten New Mexicos je wieder betreten zu haben.
Immerhin erlangte er in seinen späten Jahren grosse Berühmtheit und trat an mehreren grossen Veranstaltungen in den USA auf. Der Höhepunkt war sicher seine Teilnahme am berittenen Festzug zur Amtseinsetzung von US Präsident Theodore Roosevelt 1905.

Der US Bundesstaat New Mexico - Indianische Kultur.
Geht man die Liste der heute in New Mexico lebenden Indianerstämme durch, so fällt – Karl May und Winnetou sei „Dank“ – zuerst die Bezeichnung „Apachen“ auf. Allerdings lebten diese nicht so, wie dies der Amerikas unkundige Dichter wahrhaben wollte. Winnetou Bücher und Filme kennt man in New Mexico gar nicht. Nun immerhin, das Volk der Apachen gab es bereits in frühester Zeit und noch heute leben Stämme in New Mexico. Sie waren Nomaden und sollen ursprünglich aus dem Norden der USA und von Kanada her in den Süden eingewandert sein. Von den Komantschen wurden sie letztlich aus dem heutigen Texas weiter nach Westen gedrängt. Heute befindet sich ihre grösste Reservation in Arizona.
Die Frühgeschichte der Indianer Nordamerikas ist nur aufgrund von archäologischen Ausgrabungen rekonstruierbar. Eigene schriftliche Aufzeichnungen kannten weder die Ureinwohner noch ihre Nachfolger. Erste Schriftdokumente über die Indianern im Südwesten stammen von den Spaniern ab dem 16. Jahrhundert und diese verfassten sie naturgemäss aus der Sicht von Abkömmlingen einer damaligen Welt- und Seemacht und einer ganz anders orientierten und strukturierten Gesellschaft. Europäische Eroberer und Missionare nahmen nicht immer in friedlicher Absicht und in einer für die Ureinwohner oft unvorteilhaften, ja gar Lebens bedrohlichen Art in Kontakt auf. Nicht selten wurden ganze Landstriche durch eingeführte Krankheiten – wie etwa die Pocken – entvölkert. Die Indianer wurden als minderwertige Rasse betrachtet, welche man entsprechend als rechtlos behandelte und zudem überzeugt war, sie durch den christlichen Glauben aus ihrem angeborenen Status als minderwertige Wesen „retten“ zu müssen.

Die Indianerstämme.
Von den vielen Indianerstämmen wie Pajute, Ute, Navajo, Manso, Apachen, Hopi und anderen, leben heute in New Mexico noch Navajo (im Nordwesten) und Mescalero Apachen (im Südosten) in je einem Reservat. Den Grossteil der „Native American“ – wie es politisch korrekt heute heisst – gehören den Pueblo Indianern an.
Die Pueblo Indianer.
Die Stämme der Pueblo Indianer (vgl Vorbericht Nr 3) bewohnen und betreiben heute in New Mexico 19 Pueblos. Sie teilen sich in mehrere Sprachgruppen auf, aber gemeinsam ist ihnen die Form der Pueblo Bau- und Wohnkultur. Daneben sind alle Pueblos bekannt für ihre Töpferarbeiten – beispielsweise Santa Clara und San Ildefonso - und das Herstellen von Türkis Schmuck. Die Mehrzahl der Pueblos ist heute zumindest tagsüber frei zugänglich und sind Tausch- und Handelsplätze für das indianische Kunsthandwerk. Einige Pueblos führen sogar Casinos. Hohe indianische Feste werden in traditioneller Form gefeiert und sind Teil des recht selbstverständlichen Nebeneinanders von Tradition und moderner Zivilisation. Einzig die Jemez und die San Felipe Dörfer verzichten ganz oder teilweise auf eine generelle Öffnung für Aussenstehende.

Der US Bundesstaat New Mexico - Indianer heute.
Die Indianer machen heute in den USA noch knapp zwei Prozent der Bevölkerung aus Politisch gesehen haben sie damit kein Gewicht. Immerhin wurden ihnen aber in der jüngsten Zeit (etwa ab 1970) vermehrt Zugeständnisse hinsichtlich Eigenständigkeit gemacht, welche das vor allem im 19. Jahrhundert begangene Unrecht hinsichtlich Entmündigung, Enteignung und Umsiedlung teilweise korrigiert.
Es ist heute wieder „salonfähig“, sich als Indianer oder Abkömmling eines Stammes zu bekennen. Das Wissen und das Pflegen indianischer Kultur werden nicht nur in Reservaten, sondern auch an öffentlichen Schulen und historischen Veranstaltung wieder gefördert. Dies zumindest in meist eher ländlichen Gegenden, wo auch eine örtliche Nähe zu noch bestehenden Indianergruppen gegeben ist. Stämme, die über eine ausreichende Grösse und eine klare Struktur verfügen und mit ihrer Ursprungskultur noch verwachsen sind, werden anerkannt und haben damit auch das Recht Unterstützung durch die Bundesregierung und verfügen über eine gewisse Autonomie. Sie sind zivilrechtlich und strafrechtlich im Rahmen der US Gesetze autonom. Stammesrecht wird – analog dem Recht der Bundesstaaten – erst durch Bundesrecht gebrochen. Es ist auch den einzelnen Stämmen überlassen, ob sie für sich ein demokratisches System nach modernen Gesichtspunkten wählen oder ob sie weiterhin Stammesälteste und Stammesräte halten.
Grössere Stämme – wie etwa die Navajos im Südwesten – verfügen über eigene Schulen bis und mit High School, eigene Polizei, eigene Radiosender und Unternehmen. Als Beispiel für Letzteres sei hier das Monument Valley erwähnt, ein Touristenmagnet, der wesentlich zum Stammeseinkommen beiträgt. Ein nicht unbedeutender Markt bildet auch das indianische Kunsthandwerk – sowohl das anerkannt wertvolle wie leider auch die beliebige Souvenirware. Viele Reservate betreiben zudem Casinos, da die Indianer auf ihrem Stammesgebiet bezüglich der Lizenzen grössere Freiheit geniessen als dies die Gesetze einzelner Bundesstaaten erlauben würden. So finden sich indianische Casinos auch innerhalb von Staaten, welche für sich das Glücksspiel verboten haben.
Trotzdem existieren aber noch manche Reservate, wo Armut und Alkoholismus vorherrschen. Arbeitslosigkeit, fehlender Lebensinhalt, fehlende Bildung und Ablehnung oder Unverständnis gegenüber der heutigen Zivilisation sind hier die Gründe.
Wir haben auf unseren bisherigen Reisen Indianer jeglichen Alters getroffen, die (wieder) stolz sind auf ihre Abstammung, die in ihrer Freizeit nach alter Tradition leben, wohnen und feiern und die allfällige Lebensprobleme und Sorgen nicht zum Psychiater tragen, sondern sich bei einem Schamanen oder Medizinmann aussprechen. Über manch einer Haustüre sieht man eine „gute Medizin“ hängen. Wer glaubt, darüber den Kopf schütteln zu müssen, der schaue sich mal bei uns etwas genauer um und lese die vielen Kleininserate, welche Hellsehen, Pendeln, Fernheilen und ähnliches anbieten …

Kunsthandwerk.
Das Kunsthandwerk der Indianer Nordamerikas ist heute noch bestimmt durch ihre Herkunft, ihre ursprüngliche Lebensweise und manche Überlieferungen. Als Menschen, die in und mit der Natur lebten, prägten die Elemente, Himmelserscheinungen, Wetterphänomene, Jahreszeiten, Tiere und vieles mehr ihr Verständnis vom Leben. Alle diese Dinge und vor allem der Respekt, der ihnen entgegen gebracht wird, finden sich in den Werken. Symbole haben sich über Jahrhunderte erhalten. Noch heute lernt die Tochter das Töpferhandwerk von ihrer Mutter oder Grossmutter und hält sich beispielsweise an die stammesüblichen Ornamente. Das gilt auch für zeitgenössische Künstler, welche sich daneben durchaus moderner Designelemente bedienen können. Auch das Grundmaterial ist weitgehend noch dasselbe geblieben. Stein, Holz, Halbedelsteine, Ton, Alabaster, Felle, Tierknochen- und Federn, Tierschalen, Pflanzen, Naturwolle, Sterlingsilber usw. werden weiterhin verwendet. Je nach Gegend und Lebensart eines Stammes unterscheiden sich Materialien und Gegenstände. So sind etwa Töpferwaren und Türkisschmuck mehrheitlich im Südwesten zu finden, Alabaster wird eher im Norden verwendet und Stämme im Süden Arizonas verwenden Kakteenfasern für ihre Essgefässe. Kunststoffe, Metalle, moderne Gewebe, künstliche Farbstoffe oder gar Kunstleder werden nicht verwendet. Wenn doch so gilt, Finger weg und kein Geld für solchen Ramsch ausgeben!
Wer sich aber beim Kauf von Kunsthandwerk an qualifizierte Händler und anerkannte Künstler hält, der wird bald merken, dass das Sammeln von Preziosen auch hier einen gefüllten Geldbeutel voraus setzt.

Türkis.
Türkis ist – so kann man nachlesen - ein eher selten vorkommendes Mineral aus wasserhaltigem Kupfer-Aluminium (oder Eisen)- Phosphat aus der Mineralklasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“. Türkis findet sich unter anderem in Iran, Ägypten, China, Südamerika oder Australien.
Uns, und besonders die Frauen, interessiert der Türkis vor allem als Material zur Schmuckherstellung. Während die grössten und qualitativ besten Fundgebiete in den USA in Arizona liegen, finden sich auch in New Mexico Vorkommen. Dies vor allem in der Region Santa Fé, im Südosten und im Gebiet der Gila Cliffs.
Bereits bei alten Indianern galt der Türkis als mächtiger Schutz- und Heilstein, der Glück bei der Jagd bringen oder vor Schaden und Krankheiten bewahren sollte. Den alten indianischen Kulturen war er ebenso heilig wie den Tibetern und auch in Griechenland, Ägypten und Persien sagte man ihm starke Schutzeigenschaften nach, Verstorbene erhielten ihn inSchmuck- und Amulettform als Grabbeigabe.
Qualitativ guter Türkis ist rar und er wird deshalb oft nachgebessert. Dabei wird Wachsen und Einölen vor dem Schleifen als sanfte Methode als zulässig anerkannt. Verpönt sind beispielsweise Druckimprägnieren mit Harzen. Auch hier gilt also beim Kauf, sich genau zu erkundigen über Herkunft und Bearbeitungsweise dieser Schmucksteine.