Mittelmeer

Segelturn im Mittelmeer im Sommer 1968





   Die "NEPTUN III"







Wie könnte man seinen von den Matura Prüfungen geplagten Kopf wohl besser auslüften, als auf einer Segelreise an frischer Meeresluft?
Auf dem etwas in die Jahre gekommenen Dreimaster namens „Neptun III“ buchte ich eine zweiwöchige Reise entlang der Mittelmeerküste von Monte Carlo bis nach Saint Tropez und zurück. Der Segler war nicht gross mit Technik bestückt und die Besatzung umfasste inklusive Koch gerademal vier Leute. Somit war klar, dass wir Reisende zur Mitarbeit angehalten waren. Mithilfe beim Segel setzen und wenden – und das alles ohne Hilfsmittel wie Umlenkrollen und Zughilfen – beim täglichen Deckschruppen und beim Servieren und Abwaschen war Teil des Alltags auf Deck.
Die Fahrt führte uns von der monegassischen Hauptstadt Monte Carlo– damals bot der Hafen noch Platz für „einfache“ Gäste“ – über Villefranche-sur-Mer, Nizza, Antibes in den Golf von Saint Tropez. Im Golf von Saint Tropez kreuzten wir zur Mittagszeit gegen den Wind auf. Unser Mittagessen mussten wir uns an diesem Tage hart verdienen. Bei jeder Wende hiess es Besteck weglegen und an die Segel.
Über Nacht lag unser Schiff oft in einem Hafen oder einer Bucht. Das kam den Ausgangs-gelüsten unserer jugendlichen Reisegesellschaft sehr entgegen. So geschah es dann nicht selten, dass wir das Frühstück an Bord verschliefen und erst aus unseren Kajüten krochen, wenn die „Neptun“ schon lange wieder auf See war.