Deutschland

Von Baldegg durch Bayern, Sachsen und die Deutsche Lausitz nach Berlin und zurück
18. – 28. September 2016.


Auf dieser Strecke – auch wenn wir sie grösstenteils auf der Autobahn zurückgelegt haben – staunten wir ob der grossen und nur dünn besiedelten Ackerbau- und Waldflächen in diesem südöstlichen Teil Deutschlands.
So ergab sich trotz der beträchtlichen Distanzen eine angenehme, recht geruhsame Fahrt durch eine eindrückliche Landschaft.

Berlin.
Zweck der Reise nach Berlin war das Fotoweekend. Für Iris und mich war es die erste Begegnung mit der deutschen Hauptstadt. Unser Eindruck ist zwiespältig. Sicher zeigte uns der Besuch der Kuppel des Reichtaggebäudes oder der die Neubauten des Regierungsviertels eindrückliche architektonische Werke. Auf seine besondere Art gelungen ist auch das Mahnmal für ermordete Juden. Allerdings hätte man wohl in dieser grossen Stadt sicher einen Platz in etwas würdigerer Umgebung finden können. A propos würdig, der touristisch-idiotische Betrieb am Pseudo Checkpoint Charly und die versprayten Reste der Berliner Mauer hinterlassen ein trauriges Bild von Geschichtsbewusstsein.
Nun, wir haben Beton, Stein, Stahl und Glas fotografiert und dabei interessante Formen gefunden. Was wir nicht gefunden haben ist eine Atmosphäre, eine Seele dieser Stadt.

Dresden.
Die historische Altstadt von Dresden und die lebendige Neustadt mit ihrem Gemisch von alten Villen, alternativ angehauchtem Strassenleben und vielfältigen Restaurants und Bars haben uns rasch begeistert.
Die Touristenströme waren gegen Ende September schon recht aufgelockert. Das erlaubte gemütliches Bummel in der Stadt und ab und zu einen Schwatz mit Einheimischen. Letztere sind – trotz manch offener Alltagsprobleme und Pegida Umzügen – aufgestellt und stolz auf ihre Stadt. Was hier an Wiederaufbauarbeiten schon geleistet wurde und noch geplant ist, ist bemerkenswert. Die Fülle an historischer Architektur – wenn auch Vieles rekonstruiert wurde  – und Kunstschätzen ist enorm und in ein paar Tagen kaum zu verdauen. Das ruft nach einer Wiederkehr nach Sachsens Hauptstadt.

Meissen.

Nicht weit von Dresden liegt etwas flussabwärts der Elbe das "Porzellan" Städtchen Meissen. Einst lagerten die Dresdener Fürsten die Produktion ihres "weissen Goldes" in diesen Ort aus, um ein Ausspionieren der Rezeptur zu verhindern. Das gelang allerdings nur kurzfristig.
Der Ort selber mit seinem Marktplatz, dem Dom und der Burg ist aber auch an sich einen Ausflug wert.

Bastei.
Die bizarren Felsformationen aus Elbsandstein liegen in der Sächsischen Schweiz eine gute halbe Stunde Zugfahrt östlich von Dresden Elbe aufwärts. Anziehungspunkte sind die grossartige Aussicht auf einen Teil des oberen Elbtals und bis weit nach Böhmen hinein, sowie die Ruinen der einstigen Festung mit der dazugehörigen Basteibrücke.
Für Sandalentouristen ist die Bastei von Norden her mit Strasse und ÖV bestens erschlossen – was man denn auch merkt …
Wir haben uns die Mühe gemacht, mit dem Zug anzureisen, die Elbe mit der Fähre zu überqueren und dann die rund 200 Meter Höhendifferenz vom Tal hinauf auf Naturwegen und über knapp 500 Treppenstufen zu geniessen. Diverse Aussichtspunkte auf diesem Weg entschädigen für die etwa halbstündige Anstrengung. Hat sich gelohnt!

Glashütte.
Als künftiger Besitzer einer Glashütte Armbanduhr war es natürlich Pflicht, den ca. 30 Kilometer südöstlich von Dresden gelegenen Ort einmal gesehen zu haben. Der Ort Glashütte liegt in einem Talkessel, umrandet von steilen bewaldeten Hängen des Erzgebirges. Das Städtchen strahlt eine sympathische kleinbürgerliche Atmosphäre aus und präsentiert sich blitzsauber. Das lässt schon erahnen, dass die ansässige Uhrenindustrie eine bedeutende Quelle der positiven wirtschaftlichen Situation ist.
Namen wie Lange, Grossmann oder Assmann prägen die Geschichte der Uhrenmanufaktur seit 1845. Namen wie Glashütte Original (Hayek), Lange oder Nomos sind bis heute Garanten für Qualität und Handwerkskunst.
Das Uhrenmuseum im Zentrum präsentiert eine Unzahl an kostbarsten Uhren quer aus der ganzen Geschichte von Glashütte. Die kleine Stadt, die einst vom Silbererzabbau lebte, fand so dank innovativer Unternehmer nach einem wirtschaftlichen Einbruch zu Beginn des 19. Jahrhunderts wieder auf einen erfolgreichen Weg zurück.

Ferienreise nach Hamburg und Dänemark 1995

Ein Besuch bei einem Schweizer und einem Dänischen Militärkollegen liessen Iris und mich zuerst die mit ihren vielen Türmen und den mächtigen Bauten der Speicherstadt sehr majestätisch wirkende Hansestadt erleben. Die allgemein als eher kühl geltenden Norddeutschen erlebten wir zwar auch so, doch muss im gleichen Atemzug deren Freundlichkeit betont werden. Und kommt man etwas ins Gespräch, so entwickelt sich rasch eine angenehme Geselligkeit.

Die Dänen erlebten wir als spontan und fröhlich. Spannend an Kopenhagen waren für uns die auf engem Raum in der Stadt erkennbaren Gegensätze zwischen dem majestätischen Gebiet um das Schloss Christiansborg und die alte Börse, dem bunten und lebendigen Nyhavn (Hafenviertel) und der alternativen Wohnsiedlung „Das freie Christiana“.

Hamburger Rathaus

Beide „Nord“ Städte beeindruckten uns mit ihrer historischen Bausubstanz, die noch weitgehend ein Ganzes darstellen und damit die Stadtbilder prägen. Eine ganz andere Welt zeigte sich auf der Fahrt durchs dänische Jütland (Region Süd Dänmark). Eine ganz eigene Landschaft zusammengesetzt aus sandigen Stränden, sanften Hügeln, Viehweiden, Leuchttürmen und dem ständigen leicht böigen Wind.


                                                                            Spiegelsystem eines Leuchtturms

Diese Ferientage – auch wenn sie einige Zeit zurück liegen - prägen nach wie vor unser Bild
vom diesem Teil des europäischen Nordens.

Ferientage in Bayern 1993

Genau am 18. August 1993 war’s, als ich Richtung Bayern fuhr, um Cherry zu treffen und mit ihr eine Ferienwoche zu verbringen. Das Datum ist mir deshalb in Erinnerung, weil ich auf der Hinfahrt im Radio die Meldung über den Brand der Kapellbrücke in Luzern vernahm. Weitere Unglücksmeldungen blieben in den Folgetagen aus. Im Gegenteil, wir verbrachten sonnige und erholsame Tage beim Wandern am Starnbergersee in der Region Garmisch und Schloss Schwanstein durfte für eine amerikanische Touristin natürlich nicht fehlen. Höhepunkt für Cherry war aber wohl ihre erste Fahrt mit einem Ruderboot auf dem See. Ein so kleines Boot und dann noch ohne Motor ist für eine Amerikanerin so exotisch wie Hamburger ohne Ketchup.


Bild: Innenhof Schloss Schwanstein