Anekdoten

Auf unseren USA Reisen und im USA Alltag von 2007 bis 2009 erlebt - unsere Anekdoten.

Das "Kreuz" mit dem Kreuz

Andere Länder, andere Sitten - andere Sprache, andere Zeichen. Das ist an sich keine neue oder gar umwerfende Erkenntnis. Jeder hat sich wohl schon mal in einer Situation befunden, wo er aus Gesagtem, Gehörtem oder aus gut gemeinten Hinweisen nicht schlau wurde. Uns stand sicher auch ein Fragezeichen ins Gesicht geschrieben, als wir in einem Hotel auf der Tastatur des Zimmertelefons einen Druckknopf mit Schweizer Kreuz entdeckten. Eine Vorwahltaste für Anrufe in die Schweiz? Die Verwunderung währte nur kurz, da hier ganz offensichtlich unser Nationalemblem mit dem Zeichen fürs Roten Kreuz verwechselt worden war. Die betreffende Taste sollte einem allfälligen medizinischen Notfall dienen. Auf unseren Reisen USA sollten wir noch oft auf dieses Phänomen treffen. Wir betrachteten das jeweils einfach als willkommene Referenz an unser Heimatland. Wir stellten uns aber auch vor, wie erstaunt amerikanische Touristen in der Schweiz sein müssen, wenn sie sehen, wie viele Fahrzeuge in der Schweiz auf das Rote Kreuz zugelassen sind …

Zungenbrecher auf Amerikanisch

„She sells sea shells“ (übersetzt: „Sie verkauft Muschelschalen“; ausgesprochen: „Schii sells sii schells“). Dies der Name eines kleinen Ladens auf Sansibel Island an der Westküste Floridas. Die Geschäftsinhaberin verkauft allerhand Schönes, Lustiges und teilweise auch leicht Kitschiges; alles hergestellt aus Muscheln aller Grössen und Farben. Wer das „She sells sea shells“ mindestens zehnmal in schnellster Folge und ohne zu stocken vorzutragen imstande ist, dem geben wir zur Belohnung die genaue Adresse bekannt. (Teilnehmer englischer Muttersprache sind vom Wettbewerb ausgeschlossen)

"Schwein gehabt"?

Das Foto in den Zeitungen erregte blitzartig höchste Aufmerksamkeit. Das Bild zeigte einen 11 Jahre alten Jungen in Siegerpose neben einem monsterhaft grossen, weit über 500 kg schweren Wildschwein. Der Junge – welcher schon seit seinem achten Lebensjahr unter Anleitung seines Vater regelmässig zur Jagd ging - hatte das Riesenschwein alleine verfolgt und schliesslich mit mehreren Schüssen aus einem grosskalibrigen Revolver (12 mm!) zur Strecke gebracht. Die Aufregung war riesig! Allerdings nicht wegen des minderjährigen Jägers. Im amerikanischen Süden sind derartige „frühreife“ Freizeitbeschäftigungen zwar nicht gerade alltäglich, aber auch nicht so ungewöhnlich, als dass man sich darüber aufhalten würde. Nein, die Sorge galt dem Auftauchen dieses gewaltigen Schweins. Woher kam das Tier, Gab’s noch mehr davon, musste man eine Verbreitung dieser Spezies befürchten und wie gefährlich würden diese für Mensch, Kulturen und Haustiere sein?
Es sollte sich herausstellen, dass es sich um eine Kreuzung zwischen Wild- und Hauschwein handeln musste, welche dieses Untier hervorbrachte. Dem ehemaligen Besitzer wurde das Tier zu „unhandlich“ und der lokale Metzger verfügte nicht über die nötigen Einrichtungen, um ein solches mächtiges Tier zu schlachten. Also wurde es in einem privaten Jagdrevier ausgesetzt. Nun mussten der vormalige Besitzer des Schweins und der Eigentümer des Reviers sich unangenehme Fragen wegen unerlaubten Auswilderns gefallen lassen. Der Junge dagegen galt als kleiner Held und sein Vater war mächtig stolz auf ihn. Naja, immerhin hatten seine väterlichen Ratschläge letztlich zu einem todsicheren Erfolg geführt…

"Auftanken"

Auf einem unserer Flüge in die USA sass in der Sitzreihe vor uns ein älteres Paar. Auf dem neunstündigen Flug „ernährten“ sich beide während und zwischen den Mahlzeiten mit Ausdauer und in zunehmend fröhlicher Stimmung mit Gratis-Champagner. Im Grossen und Ganzen steckten sie diese geballte Ladung an „persönlichem Treibstoff“ erstaunlich schadlos weg. Seither frage ich mich allerdings, ob es solche Vorkommnisse sind, aufgrund derer die Fluggesellschaften Preiserhöhungen mit gestiegenen Treibstoffkosten begründen …

Vom Winde verweht

„El Desierto Pintado“ nannten die spanischen Entdecker das Gebiet, welches sich im Bundesstaat Arizona in einem weiten Bogen auf über hundert Meilen erstreckt. Die spanische Bezeichnung wurde als Painted Desert ins Englische übernommen, was mit „bemalte oder farbige Wüste“ am besten übersetzt werden kann. In dem kahlen Land zeigen sich den felsigen Hängen der Täler und an aufragenden Klippen die unterschiedlichsten Gesteinsschichten in der Wüstensonne und bilden so tatsächlich den Eindruck eines riesigen Gemäldes.
Am Tage unseres Besuchs in der Painted Desert herrschten kräftige böige Winde. Bereits auf der Anfahrt über die Autobahn hatten einige „hochbeinige“ kleinere Wohnmobile grösste Mühe, die Spur zu halten. Einigen Fahrern wurde dieser Kampf gegen die Seitenwinde gar zu unheimlich und sie hielten ihr Gefährt auf dem Pannensteifen an.
Im Besucherzentrum der „Painted Desert“ wurde eindringlich auf die starken Winde hingewiesen und empfohlen, exponierte Aussichtspunkte zu meiden. Auf einer Wanderung durch eines der Täler erfuhr ich dann am eigenen Leibe, wie man durch aufgewirbelten Wüstenstand regelrecht sandgestrahlt werden kann.
An den meisten Aussichtspunkten sind jedoch geschützte Beobachtungsstände eingerichtet; gleich daneben befinden sich ebenfalls geschützte Hunde WC’s. Man ist ja schliesslich den Besuchern und ihren Lieblingen etwas schuldig. Eine Dame mittleren Alters war sich allerdings zu schade, die paar Meter vom Parkplatz bis zum Unterstand zu gehen. So liess sie ihr „Mini“ Hundchen – das tatsächlich eher einem gross geratenen Meerschweinchen ähnelte – gleich neben ihrem parkierten Wagen sein Geschäft verrichten. Dabei zeigte sich die Nützlichkeit der Hundeleine auf eine wohl nicht erwartete Weise. Als sich die kleine Handvoll Hund eben zurecht setzen wollte, packte ihn eine Windböe und wirbelte in einige Meter durch die Luft. Hundchen heulte, Frauchen kreischte und holte die Leine samt dem daran hängenden Haarknäuel in den Windschatten des Autos zurück.
Wer den grösseren Schock zu verdauen hatte, wissen wir nicht. Vermutlich waren beide Beteiligte am Rande eines Herzinfarkts. Das Schosshündchen wird wohl für den Rest seines Hundelebens sein Geschäft nie mehr in einer Wüstengegend verrichten wollen. Und die Dame hofft wohl noch heute vergeblich auf eine Lebensretter Medaille …

Die Strumpfhose

Die Theaterkasse der Tell-Festspiele in New Glarus, Wisconsin, befindet sich in einer Holzbaracke am Waldrand gleich neben der abgemähten Wiese, auf der die Besucher ihre Autos parkieren. Kassaöffnung ist gemäss Programm eine Stunde vor der Vorstellung. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt wohl die Geldkassette verfügbar, nicht aber die Tickets. Diese hätte die Frau jenes Laienschauspielers organisieren sollen, der die Rolle des Walter Fürst inne hat. Aber sie war nicht da. Nun, die Dame an der Kasse behalf sich ohne zu zögern damit, dass sie uns eine handschriftliche Quittung auf einem kleinen Stück Notizpapier aushändigte. Mit diesem improvisierten Theaterbillet erhielten wir denn auch problemlos Zutritt aufs Gelände.
Da wir aber gerne „echte“ Tickets als Souvenir haben wollten, ging ich nach einiger Zeit nochmals zur Kasse zurück, um unsere „Fresszettel“ umzutauschen. Bei der Gelegenheit traf die Dame mit den Tickets eben ein, etwas verlegen und sehr erhitzt. Mit knappen Worten und einem leicht gereizten Unterton erklärte sie uns den Grund für ihr verspätetes Erscheinen: “Walter Fürst hat seine Strumpfhosen nicht gefunden. Ich musste ihm beim Suchen helfen.“
Wo wären wir Eidgenossen wohl heute, wenn dieses Missgeschick sich vor über sieben hundert Jahren unmittelbar vor dem Rütlischwur zugetragen hätte?

Die Goldene Nase

Unter dem geflügelten Wort „Sich eine goldene Nase verdienen“ versteht man landläufig ein sehr profitables Geschäft. Eine etwas andere Bedeutung erhält dieses Wort, wenn man am Eingang zum Grabmal des ehemaligen US Präsidenten Lincoln bei Springfield, Illinois, die fast einen Meter hohe Bronzebüste dieses berühmten und beliebten Amerikaners anschaut. Seine Nase glänzt wirklich wie Gold. Das kommt vom (Aber-)Glauben, dass das Berühren dieser Nase dem Betreffenden Glück bringen soll. Nun, der verschiedene Lincoln kann froh sein, dass dieser „Brauch“ zu seinen Lebzeiten noch nicht existierte und einzig er sich in aller Stille bei Bedarf an seiner Nase nehmen konnte. Ob beim Denkmal in Altdorf unser Tell deshalb so hoch hinauf gestellt wurde, um ihn vor derartigen „Zugriffen“ zu schützen?

Das "Technische" Normalgewicht zum Ersten

In den USA entscheiden die Verkehrs- und Transportbehörden der einzelnen Gliedstaaten über die Zulassung von neuen Automodellen. Dabei werden Sicherheitsnormen anhand der technischen Spezifikationen der Hersteller, unter anderem auch anhand der vorgesehen Sitzplätze, geprüft. Dabei setzte genau jener Staat mit der grössten Rate an „prächtig“ Übergewichtigen – der Name sei hier verschwiegen – das durchschnittliche Gewicht eines Passagiers mit rund 80 Kg an. Ein Gewicht dass weit über 50% der Einwohner dieses Staats locker und massiv überschreiten. Nun sind zwar die heutigen Autos so stabil, dass sie eine solche Zusatzlast problemlos verkraften. Was aber, wenn beim bekannt heiklen Haftpflichtsystem in den USA der Staat bei einem Unfall wegen fehlerhaften Zulassungsbestimmungen auf Schadensersatz eingeklagt wird? Eine Lösung läge vielleicht darin, den massiv Übergewichtigen im Führerausweis einen Eintrag zu machen, wonach sie ihre übermässige Körpermasse mittels eines Kleintransporters bewegen müssen.

Das "Technische" Normalgewicht zum Zweiten

Der Lift im Hotel ist gemäss Beschriftung zugelassen für maximal etwas über 1‘100 kg oder 15 Personen. Bei Vollbesetzung stehen somit jeder Person knapp 75 kg zu. Und das im Süden der USA, wo schlank sein eher als eine Krankheit betrachtet wird! Ein Sicherheitsrisiko für die Hotelgäste entsteht damit aber glücklicherweise trotzdem nicht. Denn fünfzehn überschwere Südstaaten Figuren bringen nicht nur zu viel Gewicht, sondern auch zu viel Volumen mit, als dass alle gleichzeitig den Lift besteigen könnten. Und damit ist die Gefahr für einen Betriebsunfall auch schon gebannt. Der Liftmotor, die Tragseile und normalgewichtige Mitfahrende können aufatmen.

Doppelt genäht hält besser

Der Weiler „Helvetia“ ist eine Schweizer Gründung von 1869 und liegt weitab im Hinterland des Staates West Virginia. Dank engen Kontakten zur Schweiz werden hier traditionelle Anlässe in möglichst „helvetischer“ Form gepflegt. Häuser aus der Gründerzeit werden liebevoll unterhalten und erhalten. So hat auch das Postgebäude seit seinem Bau kaum Veränderungen erfahren. Die altertümlichen Postfächer und der beinahe heimelig zu nennende Kundenschalter versetzen den Besucher umgehend in frühere Zeiten und man erwartet jeden Moment einen Postreiter, der über die staubige Dorfstrasse daher geprescht kommt.
Natürlich wollten wir in dieser Poststelle bedient werden und kauften uns drei Marken à 90 Cents für unsere Postkarten. Die sehr pflichtbewusste aber etwas unsichere Aushilfe hinter dem Schalter berechnete uns die Kosten im Kopf auf 2.70 Dollar und schaut uns fragend an, ob das wohl stimmen könne. Obwohl wir zustimmend nickten wollte sie sicher gehen und nahm zur Kontrolle einen Taschenrechner zur Hand. Schliesslich wollte sie sicher sein, uns Schweizer nicht übers Ohr zu hauen. So ein Lapsus könnte ja zum Schaden von „Neu Helvetien“ in „Alt Helvetien“ am Stammtisch die Runde machen. Wir haben diese überaus sorgfältige Vorgehensweise wohlwollend anerkannt. Gleichzeitig malten wir uns aber aus, dass bei solch einer Arbeitsweise jede Tagesabrechnung wohl zwangsweise in Nachtarbeit resultieren dürfte ….

Der Schutzengel

Ein achtjähriger Junge wird von seiner Mutter im Auto von der Schule nach Hause gefahren. Da will er zum Handy greifen und die Polizei anrufen, was die Mutter zunächst verhindert. Schliesslich schnappt sich aber der Junge das Mobiltelefon und alarmiert die Polizei. Er teilt dem Beamten auf der Einsatzzentrale mit, dass er sich ängstige, da seine Mutter so „komisch“ fahre. Die Polizei reagiert, spürt das Auto auf und hält es an. Beim anschliessenden Alkoholtest fällt die Mutter mit Pauken und Trompeten durch! Gut, wenn man seinen Schutzengel gleich in der eigenen Familie hat!

Die Ehrenrunde

Ein einfaches Restaurant in einem schlichten Häuschen mit einem Drive-Thru Schalter an der Seitenwand zur Bedienung der „fahrenden“ Kundschaft. Eine aufgepeppte Lady mit dem passenden auf Hochglanz polierten und PS starken Auto fährt längsseits zu. Sie bestellt am Aussenschalter ihren Lunch und merkt dann, dass sie den bestellten Lunch vom Fahrersitz aus nicht entgegen nehmen kann. Sie steht mit ihrem Wagen zu weit vom Bedienfenster weg. Nun, schnell aussteigen oder kurz mal etwas vor und zurück um näher hin zu parkieren. Weit gefehlt! Soviel Aufwand wäre dann doch übertrieben! Also lieber gleich noch einmal ums Haus herum gefahren, um dieses Mal genauer „anzudocken“! Vielleicht sollte sich die Imbissbude als Spezialservice für solche „Fahrkünstler“ Einkaufskörbchen mit Verlängerungsstange zulegen.

Vom Wert der Dinge

Die Interstate 8 verläuft im Süden Arizonas über mehr als 100 km durch ein Wüsten ähnliches Niemandsland. Wer hier mit seinem Auto stehen bleibt, der kann bloss hoffen, dass bald der nächste Reisende vorbei kommt und ein Erbarmen hat. Die einzige „Oase“ weit und breit ist eine Tankstelle, wo man sich mit Treibstoff, Wasser und anderem Nützlichem eindecken kann. Was aber betrachten die Leute in dieser Abgeschiedenheit denn als nützlich? Die unzähligen tönernen Blumentöpfe des anliegenden Souvenirladens sind es kaum. Denn obwohl alles mit ansehnlichen Preisen etikettiert ist, stehen die Dinger unbeaufsichtigt herum. Eine Antwort auf die Frage nach Nützlichem erhält man überraschenderweise in einem anderen Gebäudeteil der Raststätte – im WC Häuschen. Da sind die Rollen mit Toilettenpapier mitsamt Reserve auf einer massiven Stahlstange aufgereiht und mit einer Kette und einem schweren Vorhängeschloss gegen Diebstahl gesichert. Erstaunlich, wie veränderte Umstände aus einer simplen WC Rolle einen so begehrenswerten Artikel machen können.

Gesalzen

Am Rande des Grossen Salzsees in Utah und durch die angrenzenden Lagunen verläuft auf einem schmalen Damm eine Bahnlinie. Parallel zu den Gleisen stehen in Reihe - wie in einem alten Film - in regelmässigen Abständen Telefonstangen. Diese stehen neben dem Bahndamm und damit entweder in salzigem Wasser oder auf ausgetrocknetem Salzboden. Wie ich das gesehen habe, wurde mir klar, woher der Ausdruck „eine gesalzene Telefonrechnung“ stammt.

Einwohnerkontrolle

Auf manchen Ortstafel in den USA wird neben dem Ortsnamen und einer Höhenangabe auch die Einwohnerzahl vermerkt. Was aber soll man davon halten, wenn am Eingang zu einem Dorf Weiss auf Grün 413 Einwohner aufgeführt sind. Genau 413 und nicht etwa „ca 400“? Ist das nun die Einwohnerzahl von gestern oder vom letzten Jahr? Dürfen Neuzugezogene erst einziehen, wenn die Tafel nachgeführt ist? Oder muss man in diesem Falle warten, bis von den bisherigen Einwohnern jemand wegzieht oder das Zeitliche segnet? Und wer bezahlt die notwendigen Anpassungen aufgrund der veränderten Einwohnerzahl? Etwa die Eltern von Neugeborenen, die ja schliesslich schuld sind an der veränderten Zahl der Einheimischen? Es ist halt so eine Sache mit der „Pseudogenauigkeit“. Wie heisst es doch so schön bei jeder Ziehung der Lottozahlen: „ Diese Angaben wie immer ohne Gewähr“.

Standesgemäss

Ein Einbrecher Trio wird vom Nachbarhaus aus beobachtet. Die Polizei wird alarmiert und trifft auch rechtzeitig ein, um die Diebe bei der Arbeit zu stören und die flüchtenden Übeltäter zu verfolgen. Mittels Patrouille und Helikopter werden sie aufgespürt und gefasst. Der Einbruch bringt den Dreien ausser einer Verhaftung und einer Anklage nichts ein. Schlimmer noch dürfte aber der moralische Tiefschlag sein, den das Trio zusätzlich einstecken musste. Die Kerle mussten auch ihr „Dienstfahrzeug“ zurücklassen. Dabei handelte es sich um einen neu gekauften goldfarbenen Lexus. Naja, man fährt ja schliesslich standesgemäss zur Arbeit …

Wohin?

Vor uns versperrt ein Fahrzeug die Wegfahrt von der Stoppstrasse. Mehrmals lehnt sich der Fahrer fragend zum Beifahrersitz hinüber. Von dort kommt aber offenbar auch keine Auskunft über die einzuschlagende Richtung. Als wir endlich vorbei fahren können, erkennen wir auf dem Beifahrersitz einen Hund. Nun, entweder war der Hund schlecht ausgebildet im Kartenlesen oder er wollte ganz einfach nicht schuld sein, falls sein Herrchen sich verfahren sollte. Der Fahrer muss wohl den Begriff „Führhund“ falsch verstanden haben.

Bestellcode

In einer ländlichen Beiz fahren wir zu, um uns ein Frühstück zu genehmigen. Das Essen wird uns wie gewohnt zügig serviert. Unter dem einen Teller liegt noch der Bestellzettel, auf dem sich unsere Bedienung die Bestellung notiert hat. Und das liest sich so:
„2 ssup - 1 OFCB - 1 CIBTW“.
Stimmt, genau das haben wir verlangt und auch erhalten. Ach, was das nun im Klartext heisst?
Zwei „sunny side up“ (2 sonnige Seite nach oben, d.h. 2 Spiegeleier), 1 old fashioned Cheeseburger (1 Käse-Burger nach traditioneller Art), ein Cheese-Bacon Toast Wheat (Käse-Schinken Toast mit Vollkornbrot).
Wir hatten wacker Appetit und so fanden wir das „s.g.“ – will heissen: „sau guet“!

Bus Jubiläum

Noch anfangs dieses Jahrtausends funktionierte das öffentliche Bus System in Montgomery, Alabama auf Abruf. Wer Transportbedarf hatte und nicht über ein Auto verfügte, der rief per Telefon – und dies oft nach dem Prinzip „Hoffnung“ - einen Kleinbus an eine der offiziellen Haltestellen. Kurz nach dem ersten Betriebsjahr nach Einführung eines festen Fahrplans konnte die Stadt den millionsten Fahrgast verzeichnen. Zum Vergleich: die Stadt Winterthur braucht für diese Transportleistung gerade mal knappe zehn Tage. Aber immerhin, das war für die Stadt im amerikanischen Süden ein bemerkenswerter Anfang. Das war eine kleine Jubiläumsfeier wert! Der 22-jährige Schwarze, dem die Ehre zufiel, erhielt vor Ort an einer Haltestelle einen Blumenstrauss, Erwähnung in der Lokalzeitung und viele Glückwünsche auf seinen weiteren Weg. A propos weiterer Weg; dafür brauchte er an diesem Tag etwas länger als üblich. „Dank“ des feierlichen Intermezzos verpasste er nämlich seinen Bus und bei der noch geringen Fahrplandichte handelte er sich damit eine beträchtliche Verspätung in seinem Tagesablauf ein.

Alles klar?

In einem Restaurant auf dem Lande fanden wir folgende Inschrift an der Wand: "Wollen Sie wirklich mit dem Chef sprechen oder doch lieber mit der Frau des Hauses, welche weiss was läuft?"